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Wie du trotz Angst allein reist & warum du es tun solltest

allein
Geschrieben von Sabrina

Falls du mit Unsicherheiten und Angst vor der Frage stehst:

Soll ich allein reisen?

 

Dann hilft dir dieser Artikel mit einigen Ängsten und Fragen aufzuräumen.

Man muss vor nichts im Leben Angst haben, wenn man seine eigene Angst versteht.
– Marie Curie

Langeweile, Einsamkeit, Heimweh, Sprachbarriere und die Angst, sich zu verlaufen oder verloren zu gehen.

Das sind einige der Ängste über die ich immer wieder stolpere, wenn ich mich mit Thema des Solo-Reisens beschäftige.

Daher habe ich mir die Frage gestellt, wie begründet diese Ängste sind und was du im Fall der Fälle gegen sie tun kannst.

Vielleicht träumst du von einem Trip in ein fernes Land oder einer Weltreise. Du traust dich aber nicht loszuziehen weil es Dinge gibt, die dir im Weg stehen.

Als ich das erste Mal allein gereist bin wurde ich oft gefragt, warum ich allein reise. Oder aber mir wurde mit Erstaunen begegnet, wenn ich gesagt habe, dass ich allein reisen werde.

Warum bin ich überhaupt allein unterwegs gewesen?

Das Alleinsein ist für mich etwas was ich erst seit einigen Jahren sehr genießen kann. Da ich ein sehr ängstliches pubertäres Etwas war, war es für mich undenkbar jemals allein zu wohnen, zu reisen oder auch nur einige Stunden nur mit mir zu sein.

Zum Glück fand diese Episode irgendwann ein Ende und ich konnte es nach und nach so sehr genießen, Zeit für mich zu haben.

Ich bin natürlich auch super gern mit Menschen zusammen, aber ich bin eben auch gern allein.

Und da ich auf Reisen auf niemanden angewiesen sein möchte und mich nach niemandem richten möchte stand für mich fest, dass ich auch allein losziehen würde.

Alles was mich erwarten würde, würde ich schon hinbekommen. Und so war es auch.

Welche Ängste halten dich vom Alleinreisen ab?
Die Angst vor der Einsamkeit

Das ist wohl eine der größten Ängste die dich daran hindern könnten einfach allein loszuziehen. Doch ist sie wirklich begründet?

Fakt ist, dass es immer auf verschiedene Faktoren ankommt. Zum einen, wie offen du neuen Menschen gegenüber bist und wo du dich aufhältst.

Wenn du ein gesprächiger Mensch bist dem es nicht schwer fällt, auf andere Menschen zuzugehen – und sei es nur ein Lächeln – dann wirst du immer und überall mit neuen Menschen in Kontakt kommen.

Noch einfacher ist es, wenn du in einem Hostel wohnst, dort sind fast immer haufenweise Leute unterwegs, viele von ihnen allein.

Sei mutig, hock dich mit auf die Couch, biete an zusammen etwas zu kochen, zum Strand zu gehen oder die Stadt zu erkunden. Du triffst dort immer auf nette Menschen mit denen du etwas unternehmen kannst.

Falls du Angst davor hast bestimmte Menschen zu vermissen, mit denen du deine Reise gern teilen würdest: It’s 2015!

Wir haben die bombigste Technik die es dir möglich macht von nahezu überall auf der Welt mit deinen Lieben in Kontakt zu bleiben. Ob WhatsApp, Skype, oder Facebook. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Und wenn das Heimweh nach bestimmten Menschen doch zu groß sein sollte, mach kürzere Urlaube, Wochenendtrips etc. . Du musst nicht gleich die ganze Welt umrunden falls du dir unsicher bist, ob es dir liegt oder nicht.

Die Angst vor der Fremde

Diese Angst kann ich bedingt auf jeden Fall irgendwie nachvollziehen. Aber irgendwie auch nicht.

Für mich ist gerade das Unbekannt und Fremde das, was den Reiz am Reisen ausmacht. Ich hab’ keine Ahnung was mich im Herbst bei der Ankunft in Bangkok am Flughafen erwarten wird, ob ich mich zurecht finde oder nicht – aber ich werde es nie erfahren wenn ich es nicht einfach wage.

Neue Kulturen zu entdecken ist für mich wahnsinnig spannend. Und ja, es gibt durchaus Mentalitäten oder Dinge, denen ich skeptisch gegenüber stehe oder bei denen ich vorsichtiger wäre als bei anderen. Aber ich glaube das ist normal.

Mein Tipp: Reise nicht gleich an Orte wenn du nicht genau weißt, ob dir das da alles so gefällt.

Es gibt viele Länder die nicht so weit weg sind und die eher unserem Kulturkreis entsprechen.

Taste dich heran und du wirst schnell erkennen, dass die Menschen an vielen Orten gleich ticken, es überall schräge Vögel gibt und der Großteil einfach super nett, hilfsbereit und offen ist. Sei es auch!

Die Angst vor der Sprachbarriere

Durchaus eine sehr interessante Angst, hat aber auch so’n bisschen einen Ausreden-Charakter für mich.

Denn: Jede Sprach kann erlernt werden, wenn man es will.

In wirklich vielen Teilen der Welt kommst du natürlich auch mit Englisch ziemlich weit.

Wenn Englisch für dich ein Problem sein sollte, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Hände und Füße, auf Dinge zeigen etc. Ja, auch damit kommt man gut durch die Gegend
  • Ansonsten: Ab in die Sprachschule
  • Genauso gut kannst du auch auf YouTube sprachen lernen, oder mit unzähligen Apps wie Babbel oder Duolingo. Das reicht zumindest für die wichtigsten Wörter und du gewöhnst dich an den Sprachklang.

Da ich kein Wort portugiesisch gesprochen habe bevor ich nach Portugal gereist bin und ich es nur fair finde wenigstens ein paar Wörter des Landes zu kennen, in das ich reise, habe ich mir einige grundsätzliche Dinge angeeignet wie ja/nein/bitte/danke/hallo und tschüss.

Damit fühlte ich mich nicht ganz verloren und der Rest war mit Englisch und einiger Gestik super zu händeln.

Ein super Tipp zum schnellen lernen einer Sprache ist es, eine Sprachschule vor Ort zu besuchen. So kommst du mit Menschen in Kontakt und sprichst die Sprache eher auch im Alltag.

Ein Freund von mir ist vor einiger Zeit mit sehr sehr wenig Englischkenntnissen ein Jahr nach Australien gegangen- allein. Mittlerweile spricht er es fließend.

Das übliche kalte Wasser in das man springen kann wirkt hier Wunder.

Die Angst verloren zu gehen/ sich nicht zurecht zu finden

Diese Furcht hängt eventuell stark mit der Sprachbarriere zusammen bzw. damit, dass du dich in einem fremden Land halt einfach nicht auskennst. Wo ist der nächste Supermarkt, der Bahnhof und wie bitte komme ich zurück zum Hostel?

Ja, zugegeben, es kann gerade am Anfang in einer neuen Stadt oder einem fremden Land ziemlich verwirrend sein.

Fremde Sprache und eventuell Schrift, alles ist hektisch, verwinkelt und du mittendrin.

Auch hier gilt, offen sein, Menschen fragen. Zur Not mit Händen und Füßen und einer Map.

Falls du große Sorge hast, dass dir irgendetwas passieren könnte, halte dich in Gegenden auf wo viel los ist und wo du immer Menschen um dich hast. Außerdem kannst du dir auch die örtlichen Notrufnummern raussuchen, so hast du sie parat wenn du wirklich mal in eine Situation kommen solltest, die dir Angst macht.

Ich finde es aber auch wichtig zu sehen, dass dir hier in Deutschland genauso gut was passieren kann. Und genauso selten wie es dir hier passiert, wird es dir wahrscheinlich auch im Ausland passieren.

Falls du motivierende Geschichten von Frauen suchst die allein reisen, kann ich dir wärmstens diese Seiten empfehlen:

Ein toller Artikel über das Allein Reisen in Marokko.

Tipps für deinen ersten Trip allein findest du hier.

Erfahrungsberichte allein reisender Frauen gibt es auf Bravebird.

Lies diese Artikel und lass‘ dich von dem Mut der Frauen inspirieren, die schon die halbe Welt gesehen haben.

Die Angst vor Langeweile

Der heilige Gral.

Was machst du denn dann ganz allein unterwegs so?

Ist das nicht langweilig so ganz allein?

Diese Fragen habe ich schon oft gestellt bekommen.

Und auch das kann ich verstehen und hätte damals wahrscheinlich auch gedacht, dass es tierisch langweilig sein muss, allein unterwegs zu sein.

Alleinsein gibt mir persönlich aber mittlerweile so wahnsinnig viel, dass Langeweile für mich kein Thema mehr ist.

Bin ich an einem Ort den ich nicht kenne, dann heißt es, es gibt viel zu entdecken und zu erleben.

Die Angst vor Langeweile sollte dich definitiv nicht davon abhalten, allein zu reisen.

Nutze wenn du magst das Angebot vor Ort, die Gegend zu erkunden. Wo sich Touristen aufhalten, gibt es immer auch Aktivitäten und Ausflüge an denen du teilnehmen kannst.

Schläfst du in einem Hostel gibt es meistens eine Chill Out- oder Gemeinschaftsarea. Dort hängen am Tag viele Leute rum. Falls dir also langweilig ist, knüpf Kontakte.

Dies ist außerdem die wunderbare Möglichkeit dich mit dir selbst zu beschäftigen. Das kann hart und anstrengend sein, aber glaub mir, es ist so viel wert.

Lerne, mit dir allein zu sein. Nichts zu tun. Das ist schwerer als es klingt, aber wenn du gut mit dir selbst klarkommst, kannst du nur gewinnen.

Und das schönste das ich unterwegs gelernt habe ist: wenn ich nur mit mir bin, bin ich vielleicht allein, aber auf gar keinen Fall einsam.

 

Solltest du wirklich begründete Bedenken haben die dich davon abhalten allein zu reisen, schreib sie dir auf und denke wirklich drüber nach wie handfest diese Ängste sind. Recherchier im Internet, du wirst auf jeden Fall fündig.

Ansonsten kann ich nur sagen, pack‘ dir ne Mütze Mut ein und vertraue auf dich selbst. Lass‘ dir nicht von (d)einer Angst das Leben nehmen. Es gibt so viel zu entdecken.

 

Mit welchen Ängsten siehst du dich konfrontiert wenn du darüber nachdenkst, allein zu reisen? Welche Ängste konntest du überwinden oder als schlichtweg unbegründet abtun?

Schreib mir einen Kommentar, ich freu mich drauf!


Share the Love. 

 

5 Kommentare

  • Hallo Leute, hoffe mich als Mann beteiligen zu können.
    Bin Jahrgang 1947 und werde im März 2017 Australien, Neuseeland, Tahiti, Canada als Flashpacker besuchen.
    Die Tips Osprey 40, Timbuktu2 und Packtowl habe ich schon verwirklicht.
    Probleme habe ich nur mit einer Auslandsreiseversicherung über 1 Jahr Dauer und mein Alter.
    Wert Tips und Ratschläge hat, herzlich willkommen
    Mein Flugticket wäre ein StarAllieance für 29000 Meilen mit 3 min stops und 15 max stops.
    Auch da wären mir Erfahrungen sehr lieb.

    Auf bald

    Michael

  • Nach einer gescheiterten Beziehung, die mich immer vom Reisen zurückgehalten hat, stehe ich nun alleine da, mit einer Zukunft voller Möglichkeiten und der Chance doch mal zu reisen, wie ich das möchte.

    Als Einstieg habe ich mir Amsterdam ausgesucht, einerseits, da es nicht so weit weg ist, andererseits um mal an einer kleinen Reise zu testen, wie ich mit meinen Ängsten klarkomme, sie zu überwinden und mir selbst zu beweisen, dass ich das schaffe.

    Meine größte Angst am reisen alleine, sind eigentlich die Männer. Ich fühle mich in Deutschland schon immer sehr unwohl, wenn ich alleine unterwegs bin, manche Männer einen angaffen oder anzüglich von der Seite anquatschen. Das hält mich auch von einer größeren Reise alleine, nach z.B. Thailand ab.

    Ich hoffe, dass ich diese Angst irgendwann abschütteln kann, wenn ich mich nur oft genug damit konfrontiere.

    • Liebe Monya, vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Und ich finde es toll, dass du diese Chance jetzt nutzen möchtest, um nochmal Dinge zu tun, die du schon immer machen wolltest.

      Amsterdam ist ein wundervoller Start zum Reisen. Die Stadt ist traumhaft schön.

      Ich bin gerade letzte Woche in Thailand (Bangkok) angekommen und kann dir vielleicht etwas von deiner Angst nehmen. Ich hatte hier bisher keinerlei Probleme mit irgendwelchen Anmachereien von Männern. Im Gegenteil habe ich eher das Gefühl, dass die meisten sehr zurückhaltend sind, oder man geht sowieso in der Masse der Menschen unter. Bisher habe ich alle Menschen hier als sehr freundlich empfunden. Die einzigen Männer die dich hier wirklich oft ansprechen, sind Taxifahrer, aber auch nur, weil sie dir ein Taxi anbieten möchten. Alles ganz harmlos also.

      Ich wünsche dir für deine bevorstehenden Abenteuer ganz viel Mut und Kraft. Irgendwann wird das, was dir jetzt vielleicht Angst macht, ganz normal für dich sein.

      Alles Liebe,
      Sabrina

  • Hey, in diesem Blogeintrag sprichst du genau das an, was ich momentan fühle. Ich habe gerade mein Abi gemacht und bin 19 Jahre alt. Bin zurzeit in Ghana und so von meiner Organisation und den Leuten hier enttäuscht, dass ich den Aufenthalt von 3 Monaten auf 1 verkürzt habe. Da ich am 5.7. Bereits fliege, möchte ich davor unbedingt noch an die Küste und erst nach Cape Coast (2 Nächte) und dann nochmal nach Accra (ebenfalls 2).
    Nun schwanke ich zwischen… „oh gott wie soll ich das alleine und mit dem riesigen unmobilen Trolli, der nicht mehr richtig rollt, schaffen.. erst 8 h und dann nach zwei Tagen nochmal 4 h zu fahren und dann alles mit den Taxifahrten und dem handeln des Preises und dem Gepäck und den Hotels/Hostels“ und „ghana ist ein sicheres Land mit hilfsbereiten Menschen. Wenn ich mich meiner angst nicht stelle, habe ich fast nichts in diesem Land gesehen, was man gesehen haben sollte und ich werde enttäuscht zurück nach Deutschland kommen. Ich wäre sicherlich so verdammt stolz auf mich wenn ich das einfach die nächsten 4/5 Tage durchziehen würde..“
    Soll ich es wagen? Oder könnte meine Angst ein Warnsignal für etwas sein?

    • Liebe Cheyenne,

      ganz lieben Dank für deinen Kommentar. Wie schade, dass das mit der Organisation so überhaupt nicht gut gelaufen ist.
      Da ich mich in afrikanischen Ländern leider gar nicht auskenne, fällt es mir schwer dir einen aussagekräftigen Tipp zu geben. Aber ich würde dir raten, vielleicht mit deiner Familie zu sprechen und auf deine Erfahrungen vor Ort und dein Gefühl zu hören. Angst ist nicht immer ein Vorbote von etwas schlimmen, manchmal nur vor der Ungewissheit und dem Unbekannten.

      Ich denke, dass mit den Hotels und den Taxifahrten bekommst du hin, mit Händen und Füßen klappt das am Ende immer irgendwie. :) Und wenn du am Ende merkst, dass du das alles gemeistert hast, bist du bestimmt wahnsinnig stolz auf dich. Ich wünsche dir alles alles Gute und melde dich gern, wie das Abenteuer für dich ausgegangen ist.
      Ich wünsche dir noch eine tolle Zeit dort und alles Liebe.

      Sabrina

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