BLOG GEDANKEN

Das Leben ist ein Abenteuer, keine Pauschalreise. Warum ich keine Nischenseite bin.

Nischenseite
Geschrieben von Sabrina

Ich lebe nicht mehr in der Welt der Labels und Nischen. Wie im Leben so auch hier befreie ich mich von dem Denken, dass nur dieser eine Weg der Richtige ist.

Die Musik die lief während ich diesen Artikel geschrieben habe: 

Muy Tranquilo

Eigentlich könnte ich auch einfach sagen: Warum ich gar keine Seite mehr bin.

Denn schaue ich mir an wie oft ich hier in den letzten Monaten aktiv war, scheint es eher so als wäre das Projekt „Boots & Backpacks“ irgendwie nicht mehr am Leben.

In mir dachte und brodelte es eine ganze Weile sehr stark, erst jetzt aber wird mir klar warum ich keine Energie in diese Seite stecken konnte.

pai thailand sabrina kaiser

Pai, Thailand, Oktober 2015

Ich bin keine Nische und möchte auch keine sein.

Da ich irgendwann einmal gelernt habe wie man sich ein Business „Blog“ aufbaut, bin ich diesem System auch bis zu einem gewissen Grad gefolgt. Was gut war, denn all die Tips, Tricks und Kniffe die es braucht um so eine Seite erstmal an den Start zu bringen, waren super hilfreich. Ganz ehrlich: ohne dem wäre ich jetzt nicht hier und würde diese Zeilen tippen.

Die Idee war, den Blog parallel zu meiner Reise als „Tagebuch“ zu führen und eventuell auch irgendwann einmal als Einnahmequelle zu nutzen.

Und irgendwie habe ich es auch geschafft bereits 2 Monaten nach der Veröffentlichung von Boots & Backpacks Einnahmen zu generieren. Nicht viel, aber ein paar € kamen doch schon zusammen.

Mit diesem Erfolgsschub fühlte ich mich auf dem richtigen Weg.

Schnell habe ich jedoch festgestellt, dass der Fokus auf „Funktionalität beim Reisen“ kein Hauptaugenmerk in meinem Alltag war. Und etwas als Leidenschaft zu „verkaufen“ was mich nicht wenigstens ansatzweise ständig beschäftigt, fühlte sich einfach nicht mehr richtig an.

Außerdem war das Hauptaugenmerk wann immer ich einen Artikel rausbrachte fast ausschließlich marketingtechnisch ausgerichtet: SEO Richtlinien sollten eingehalten werden, der Artikel sollte so und so lang sein, das Keyword sollte so und so oft darin vorkommen, pro Woche 2-3 Artikel und all das, was einen „normalen“ Blog von einem Business Blog unterscheidet.

Und so befand ich mich, nachdem ich in Deutschland alle Reglementarien und Zwänge des Berufslebens hinter mich gelassen hatte, schon wieder in einem Konstrukt aus Regeln und Vorschriften. (Klar, selbst auferlegt und wesentlich freier, aber auch das ging mir irgendwann einfach auf den Sack.)

Mir ist klar, dass wenn man mit einem Blog erfolgreich sein möchte, es bestimme Richtlinien gibt die es einem leichter machen dieses „Ziel“ zu erreichen.

Ich bin es jedoch leid einem Ziel hinterherzulaufen dass mir „Glück“ und Freiheit verspricht, wenn der Weg dorthin nicht mindestens genauso wunderbar ist und ich ihn jeden Schritt genießen kann.

Dann kann das ganze von mir aus auch länger dauern oder nie passieren, aber ich habe mich auf dem Weg dorthin wenigstens gut gefühlt und bin mir treu geblieben.

Nach dem „Erfolg“ zu suchen den ich in anderen gesehen habe, hat mich immer weiter von mir selbst entfernt.

Dazu kam außerdem, dass ich mich, was die Funktionalität der Produkte auf Reisen angeht, nicht wirklich herausgefordert fühlte.

Alles was ich besaß und immer noch besitze habe ich seit dem Start dieser Reise und es hat sich herausgestellt:

Ja, die Produkte die ich nutze sind geil und robust und ich möchte im Moment auf keine anderen ausweichen. Also kamen weder Reviews anderer Produkte noch Produktempfehlungen in Frage, weil es einfach nicht meiner Realität entsprochen hat/entspricht.

Und: Ich halte mich seit etwa 15 Monaten in immer ziemlich gleich klimatischen Bedingungen auf. Es gibt keinen Grund für mich mein Equipment anzupassen oder zu ändern.

All das, und der Fokus auf das Medium Video mit meinem YouTube Kanal haben mich immer weiter von diesem Blog entfernt.

Im Hinterkopf wusste ich jedoch immer, dass das was ich hier aufgebaut habe, die Grundlage des Designs, das Augenmerk aufs Reisen, die Liebe zum Equipment, dass all das eine wunderbare Basis ist.

body tree chiang mai sabrina kaiser

Bodhi Tree Café, Chiang Mai, Thailand

Eines hat mich jedoch immer gestört: Ich bin keine Nische, lebe mein Leben nicht mit vorrangig nur einer Leidenschaft und möchte deshalb auch keine Nischen bedienen.

Aus irgendwelchen Gründen habe ich mich dann auch noch dazu entschlossen diese Seite nur an Frauen zu richten. Keine Ahnung warum ich das gemacht habe, aber so richtig grandios fand ich die Idee eigentlich nie.

Krampfhaft habe ich versucht ein Modell, eine Seite aufzubauen, die sich strikt nur an eine bestimmte Schicht Mensch richtet.

Und so hilfreich es auch für den Leser, für dich, ist zu wissen auf welcher Seite du welche Informationen findest, es also leichter für dich ist deine Infos zu bekommen; so hat mir das persönlich nie gefallen mich selbst auf eine Nische zu beschränken und mich auch gedanklich darauf zu reduzieren.

Meine Sicht und meine Interessen haben sich allein in den letzten Monaten auf dieser Reise so sehr verändert und genau das wird auch weiterhin passieren.

Wir alle sind so vielfältige Menschen und genau das soll dieser Ort repräsentieren.

Für all diejenigen, die präzise auf der Suche nach eben diesen Nischenseiten sind um sich zu einem bestimmten Thema zu informieren, kann ich auf die unzähligen Seiten verweisen die sich mit dem Thema Reisen beschäftigen.

Werde ich weiterhin über Equipment schreiben?

Ja, wann immer ich ein neues Produkt benutze oder teste und ich es für erwähnenswert halte auf jeden Fall.

Worüber werde ich in Zukunft schreiben?

Alles, was auch tatsächlich Thema in meinem Leben ist.

Reisen, YouTube, persönliche Weiterentwicklung, der ganz normale Wahnsinn Leben und alles dazwischen, darüber und darunter.

Auf englisch und deutsch, Videos und Musik. Eben alles, was mich ausmacht und was diese Seiten hier am Ende mit wirklichem Leben füllen wird.

Also, sind Nischenseiten jetzt total doof oder wie?

Dieser Artikel soll in keinem Fall dazu dienen Nischenseiten ihrer Relevanz abzusprechen. Ganz im Gegenteil finde ich es großartig, dass es diese Seiten gibt und die Menschen, die ihrer Leidenschaft damit Ausdruck verleihen können.

Ich jedoch war schon immer ein Mensch der nach Veränderung sucht und sich auf neue Pfade begibt. Und da kann es dann sein, dass die dann plötzlich nichts mehr mit dem Ursprung einer Idee zu tun. Deswegen macht eine Nischnseite für mich persönlich einfach keinen Sinn.

Lange Zeit habe ich es als Nachteil gesehen, dass ich mich nicht auf einen bestimmen Job, oder ein bestimmtes Thema lange genug fixieren kann um damit (nach gesellschaftlichen Richtlinien) erfolgreich zu sein.

Ich habe allerdings gelernt diesen Teil von mir anzunehmen und ihn auszuleben.

Denn es war die Neugier nach dem Unbekannten, dem Neuen, die mich dazu gebracht hat diese Reise anzutreten. Und genau diese Neugier hilft mir dabei, mich ständig weiterzuentwickeln und Dinge fallen lassen zu können die mich nicht wirklich zu 100% glücklich machen.

 

I’m an explorer of myself, no longer feeling the need to fit into society’s box.


Wie sieht’s bei dir aus? Fühlst du ähnlich in einem bestimmten Bereich deines Lebens? Lass‘ es mich in den Kommentaren wissen.

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